Dieses interdisziplinäre Projekt in Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien setzt auf die künstlerisch-wissenschaftliche Erschließung einer projizierten gemeinsamen Urgeschichte.

Ausgangspunkte sind Kultobjekte und Mythologien der Frühgeschichte mit ihren Besonderheiten und Ähnlichkeiten, rund um den universell anzutreffenden Kult von weiblicher Schönheit, Liebe und Wachstum. Die weltberühmte Venus von Willendorf aus dem Paläolithikum, in der Wachau gefunden, entbehrt trotz ihrer Bekanntheit, ähnlich wie ihre „Venus-Kolleginnen“ in anderen Teilen Europas, einer realen oder glaubhaften Geschichte. Die Realität und Fiktion von Liebe und Fruchtbarkeit, von Eros und Mutterschaft, werden anhand von historischen Beispielen untersucht; diese werden Basis von Liebes- und Mutter-Narrativen, Vor-Geschichten für Morgen.

Das Projekt will die parallel - jedoch oft in großer Entfernung voneinander - verlaufenden Stränge der kulturellen Geschichte(n) und des Gedächtnisses in Verbindung bringen. Ein neues Netz mit vielen nationalen und internationalen Netzwerkknoten wird dem kollektiven Bewusstsein, den kollektiven Phantasien zur Verfügung gestellt. Die Hyper- und Subtexte der Kultur-, Kunst und Religionsgeschichte dienen der künstlerisch-wissenschaftlichen Recherche. Mit Fragestellungen zu Gender und Diversität, dem tradierten Alltagswissen von Frauen in ländlichen Gebieten, der weiblichen Stimme (100 Jahre Frauenwahlrecht 2018) und einer kulturwissenschaftlichen Sammlung wichtiger Daten, Deutungen und Zugangsformen zum Thema „Venus“, wird eine Internet-Datenbank zum Wissen der Frauen entstehen, die einem wachsenden Netzwerk Interessierter aus Wissenschaft und Kunst die Möglichkeit bietet, sich zum Thema der Venus-Figurinen auszutauschen und Ergebnisse zu präsentieren.

Performances, Kunst im öffentlichen Raum, Ausstellungen und Symposien werden die Themenstellungen auf eine zeitgenössische Ebene der Auseinandersetzung bringen und experimentelle künstlerische Forschung ermöglichen.

Das Projekt wird von der Akademie der bildenden Künste in Kooperation mit dem Forum Morgen durchgeführt und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Kooperationspartner: 
Projektleitung: 
Prof. Felicitas Thun-Hohenstein
Laufzeit: 
1.11. 2018 - 31.10. 2020